In den frühen 60er Jahren, als ich ein kleiner Junge war, kam ich von der kleinen netten Schule um die Ecke in ein Internat für Jungen in den Chiltern Hills, in dem es wesentlich härter zuging und in dem mich eine neue Art von Schulkameraden erwartete. Als ich am Morgen nach meiner Ankunft über den Schulhof schlenderte und erste Bekanntschaften schloss, war ich erstaunt, dass alle, mit denen ich sprach wissen wollten, ob ich ein Mod oder ein Rocker sei. Ich fand das sehr lustig, da mir klar war, dass wir noch viel zu jung für solche Fragen und tatsächlich nichts weiter als ein Haufen kleiner Jungs mit ulkigen Haarschnitten, kurzen Hosen und roten Blazern waren. Soweit ich mich erinnern kann war es das erste Mal, dass ich mit jenem seltsamen und potentiell ins Psychotische gehenden menschlichen Bedürfnis konfrontiert wurde, zu dieser oder jener Gruppe zu gehören, und sei es nur in der Vorstellung.
Ich erinnere mich, dass ich mich fragte, warum wir nicht einfach Leute und stolz darauf sein konnten, Menschen zu sein. Aus heutiger Sicht kann ich natürlich erkennen, dass es einfach ein Rückfall in jene Zeiten war, als wir uns in Clans und Stämmen bewegten und jeder Außenstehende als Bedrohung empfunden wurde. Zwar haben wir uns über dieses Stadium hinausentwickelt, aber die alten Strukturen sind latent immer noch da – weshalb wir uns z.B. gerne mit Fußballclubs, Modelabeln, Automarken, Klassen, Kulturen, sozialen Gruppen, Nationen, Ideologien, diversen „-ismen“ usw. identifizieren.
Allerdings habe ich das Gefühl, dass ein kaum spürbarer, aber dennoch machtvoller Umbruch stattfindet und uns allen so langsam bewusst wird, dass wir alle im selben Boot sitzen, auf demselben Planeten durchs All reisen, die gleichen existenziellen Fragen lösen müssen und folglich unsere innere Einstellung langsam ändern. Und das wird auch Zeit, denn nur wenn wir uns langsam als globales Team verstehen, haben wir eine Chance, die auf mehreren Ebenen aufflammende Überlebenskrise zu meistern.
Auch wenn es hier um eine gemeinsame Anstrengung auf globaler Ebene geht, so zählt doch jeder Einzelne von uns und muss seine Verantwortung akzeptieren, damit die notwendige innere Umwandlung stattfinden kann.
Jedes Mal wenn Sie sich darin üben, über alte Differenzen und Probleme hinweg die engelsgleiche Buddha-Natur jedes Menschen und jeder Gruppe von Menschen zu sehen, jedes Mal, wenn Sie nicht nur auf die Oberfläche schauen, sondern auch auf die ewige Präsenz in uns allen und jedes Mal, wenn Sie sich auf die Faktoren konzentrieren, die uns alle verbinden, anstatt auf solche, die uns voneinander trennen, tragen Sie dazu bei, dass das Clan-gegen-Clan-Prinzip, das Denken von „wir gegen die anderen“ ein Stück weit an Macht verliert und verstärken die Kraft des aufkeimenden „wir sind alle eins“-Musters.
Aber bevor Sie dies tun können, müssen Sie sich zunächst selbst als Wesenseinheit erkennen. Näheres hierzu erfahren Sie in der heutigen DocBox für Mitglieder.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich heute mit der ganzen Welt eins fühlen und dies ein solches Gefühl von Sicherheit und Wohlbefinden auslöst, dass Sie sich jeder Art von Herausforderung gewachsen fühlen.
Alles Liebe, Doc
Übersetzung Beate Brandt
beate@buch-auf-reisen.com