Es ist schon merkwürdig – obwohl das Leben dort, wo ich wohne, kaum angenehmer sein kann, ist der gewohnheitsmäßige Gebrauch von Substanzen zur Betäubung existenzieller Krisen weit verbreitet und komischerweise, so finde ich zumindest, bei den Frauen noch stärker als bei den Männern. Warum, so fragt man sich angesichts der endlosen Massen von Menschen, die sich immer wieder in festen Abständen auf die Toilette begeben, ist es in diesem luxuriösen Umfeld so notwendig, den existenziellen Schmerz, ein menschliches Wesen zu sein, zu betäuben? Und ich stelle hier einfach mal die Behauptung auf, dass wir so viele Jahrtausende des Leidens in unseren genetischen Codes verdrahtet haben – und die Frauen bis vor kurzem wohl noch mehr als die Männer – dass es uns nicht leicht fällt, es uns gut gehen zu lassen. Stattdessen scheint das angenehme Leben an tief vergrabenen alten Schmerz zu rühren und so neues Leid nach sich zu ziehen.
Ich will gar nicht behaupten, dass es mir selbst immer leicht fiele, die Annehmlichkeiten des Lebens in vollen Zügen zu genießen, aber glücklicherweise habe ich einen ganzen Satz an Werkzeugen und Techniken, um mich ausreichend im Gleichgewicht halten, so dass ich mit dem existenziellen Dilemma umgehen kann, ohne mich jede halbe Stunde aufs nächste Klo zu schleichen und kurz darauf schniefend und mit abwesendem Blick wieder herauszukommen.
Aber es ist nicht immer einfach.
Ironischerweise finde ich es – vorausgesetzt man praktiziert täglich (Tai Chi, Meditation, Qigong usw.) – wesentlich einfacher im Gleichgewicht zu bleiben, wenn man sich in der Großstadt befindet, wo es immer etwas gibt, an dem man sich reiben kann – die Enge und Überfüllung, das Konkurrenzdenken, der Lärm, der Gestank usw. Hier in Ibiza, wo ich derzeit lebe, findet sich nichts dergleichen und das Leben ist größtenteils wunderbar leicht und angenehm, zumindest wenn man sich in den Wäldern und Bergen bewegt. Die einzige Möglichkeit, gegen diese Süße des Lebens anzugehen, ist sauer zu werden und das ist sicherlich kein Weg, den ich einschlagen möchte.
Das wiederum bringt mich auf den Gedanken, wie wichtig es ist, dass wir alle lernen, unsere Herzen jetzt noch stärker zu öffnen, um die Süße des Lebens in uns aufzunehmen – denn je mehr wir dies tun, desto mehr Angenehmes können wir gemeinsam in die Welt holen. Es ist sicherlich an der Zeit, die Abhängigkeit vom Leiden zu verringern, genauso wie es höchste Zeit ist, die Abhängigkeit von künstlichen Substanzen zu verringern.
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Öffnen Sie derweil Ihr Herz und lassen Sie die Liebe eintreten – meine Liebe, die Liebe der Welt, die Liebe des Taos – und möge zusammen mit dieser Liebe eine Fülle an allem in Ihr Leben kommen, was Sie sich wünschen.
So soll es sein.
Alles Liebe, Doc
Übersetzung Beate Brandt
beate@buch-auf-reisen.com
DER BARFUSSDOKTOR IN DEUTSCHLAND - ANMELDESCHLUSS FÜR DEN GANZTAGESWORKSHOP IN HAMBURG AM 19.09.09 IST DER 26.07.09 - NÄHERE INFORMATIONEN/FLYER UNTER beate@buch-auf-reisen.com