Last updated: 08/02/12 [01:57:05] GMT

ponceyb

Ein Kichern kosmischen Ausmaßes

[2010-05-18 06:02:00]

Nehmen Sie nichts von dem hier zu ernst. Das ist leicht gesagt, aber meist schwer getan, weil unsere Gesichter schon nahezu gewohnheitsmäßig ernst dreinblicken. Aber es ist nicht unmöglich – ja, wenn Sie das innere Lachen erst einmal wieder in Gang setzen (nach so vielen Jahren erwachsener Abstinenz), ist es nahezu nicht zu unterdrücken, ganz so wie früher, als Ihr natürlicher Übermut noch intakt war und die Welt mit all ihren Belastungen und falschen Annahmen und dem ganzen Blödsinn noch keinen Einfluss auf Ihre zarte junge Seele genommen hatte.


Tatsache ist, dass nichts so ist wie es scheint. Auch wenn es so aussieht, als gäbe es viele, die wüssten, wie die Dinge laufen, so kennt doch niemand die Antwort besser als Sie und ich und allein schon die Idee, dass es überhaupt jemals eine Frage gegeben hat, ist schlichtweg relativ.


Die Realität, so wie wir sie erleben, ist ein Gespinst aus Mythen.


Nehmen wir beispielsweise den Punkt, an dem das Meer an einem größeren Ort an der Küste auf den Strand trifft. Es wird allgemein angenommen, das Meer sei dort, um die Tourismusindustrie zu fördern und der Gegend ein bisschen natürlichen Charme zu verleihen, so dass die Einwohner, die größtenteils vom Tourismus leben, es nett und einfach haben. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Die Stadt ist dort entstanden, weil das Meer die Überlebensgrundlage lieferte – zumindest wenn es gerade Lust dazu hatte, zu anderen Zeiten nahm es Menschen das Leben.


Aber wenn Sie an den Strand gehen, und zwar an den Punkt, an dem die Wellen gegen den schmutzigen Sand schlagen, ist Ihr erster Gedanke vielleicht, wie unhöflich es doch von der Natur ist, sich einfach so schamlos auszudrücken und nicht einmal durch das Anzeigen einer Werbung auf jeder Welle einen kleinen Schritt der Integration auf die moderne Kultur zuzumachen.


Wir beginnen, die Systeme, die wir erschaffen haben und die Mythen, die unsere Welt regieren, mit der Welt selbst zu verwechseln.


Ich habe immer gedacht, die Realität wäre eines Stadt namens London, bis ich in New Mexico lebte und mir bewusst wurde, dass ich die ganze Zeit auf einem Planeten gelebt hatte. Bis dahin war diese ganze Planetengeschichte für mich reine Science Fiction, die sich irgendwo jenseits der Grenzen rationalen Denkens bewegte und sicherlich weniger Bedeutung hatte als die Frage, ob ich nun an einer roten Ampel anhalte oder nicht.


Wir ziehen das Ganze verkehrt herum auf.


Warum also sollten wir irgendetwas daran ernst nehmen?


Es ist alles eine wunderbare Illusion, ein riesiges Spiegelkabinett (und ich würde es um keinen Preis der Welt missen wollen).


Ich wünsche Ihnen ein leises glucksendes Lachen, das tief in Ihrem Inneren entsteht und bis zum Ende des Tages kosmische Ausmaße annimmt.


Alles Liebe, Doc


Übersetzung Beate Brandt
beate.brandt@visioncreate.de


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